6 Jahre Syrien-Krieg: „Überlebens- und Zukunftshilfe in der Mega-Katastrophe notwendig!“

Landau: „6 Jahre Krieg haben das Leben von Millionen Menschen zerstört. Wir dürfen diejenigen, die überlebt haben, nicht im Stich lassen! Hilfe vor Ort ist ein Gebot der Stunde.“

„Bei einer derartigen Dauer-Katastrophe geht es auch in der Hilfe nicht mehr darum, kurzfristige Interventionen zu setzen. Nothilfe bleibt weiterhin ein wichtiger Baustein, aber es geht, je länger der Krieg andauert, immer mehr darum, den überlebenden Menschen Perspektiven zu bieten“, beschreibt Caritas Präsident Michael Landau die Strategien der Hilfe. „Daher setzen wir als Caritas auch immer mehr Mittel für Bildungsinitiativen ein. Kinder in Syrien, Jordanien und Libanon müssen auch in die Schule gehen können. Kinder, die in Flüchtlingslagern aufwachsen, laufen Gefahr, dort zu einer verlorenen Generation heranzuwachsen, das müssen wir mit aller Kraft verhindern.“

 

13,5 Millionen Menschen in Syrien, davon 6 Millionen Kinder, benötigen humanitäre Hilfe

Mehr als 11 Millionen Menschen sind seit März 2011 geflüchtet. Die meisten von ihnen innerhalb Syriens und in die umliegenden Nachbarländer. Doch mittlerweile haben Familien aus Syrien auf der ganzen Welt Schutz und Zuflucht gesucht. Vielfach haben sie Tod, Grauen und Vertreibung erlitten. „Die weitreichenden Folgen des Krieges: traumatisierte Kinder, auseinander gerissene Familien, ein vollkommen zerstörtes Land. Natürlich wollen viele Menschen irgendwann wieder in ihre Heimat zurückkehren, aber realistischer Weise wird das in nächster Zukunft nicht möglich sein. Daher müssen wir jenen Menschen, die alles verloren haben, helfen, ein neues Leben jenseits ihrer Heimat aufzubauen. Wir dürfen in diesem Bemühen nicht nachlassen. Wir dürfen uns an Krieg und Zerstörung nicht gewöhnen“, appelliert Landau. „Auch die internationale Staatengemeinschaft darf in ihrem Ringen um eine friedliche Lösung nicht aufgeben. Wenn wir Krieg und Terror als gegeben hinnehmen, haben wir als Menschheit versagt. Und klar ist auch: So lange der Krieg dauert, so lange die Menschen in der Region nicht ausreichend Schutz und Lebensperspektiven finden, und so lange mit Waffenhandel viel Geld verdient wird, werden sich Menschen auf den Weg machen – auch nach Europa.“

 

So hilft die Caritas

Die Caritas Österreich hat bisher mehr als 18 Millionen Euro für Nothilfe und Unterstützung syrischer Flüchtlinge im Nahen Osten zur Verfügung gestellt. 175.000 Menschen, rund die Hälfte davon Kinder, werden mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Decken, Matratzen, Winterkleidung, Schulbildung, medizinischer Hilfe sowie der Reparatur und Verbesserung ihrer notdürftigen Unterkünfte unterstützt. „Zusätzlich zu der humanitären Hilfe hat die Caritas seit Anfang September 2015 Bildungsmaßnahmen für insgesamt 8.500 syrische Flüchtlingskinder in Syrien, im Libanon und in Jordanien gestartet“, so Landau. „Mit Hilfe der Österreicherinnen und Österreicher können wir Kinder, die sonst keine Schule besuchen könnten, eine Zukunftsperspektive schenken. Jeder Euro zählt. Vielen herzlichen Dank für alle Hilfe bisher, aber auch für alle weitere Unterstützung!“

(Presseaussendung 13.3.2017)